Airbag-Reitweste, Rückenprotektor oder Geländeweste: unterschiedliche Aufgaben
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„Ich trage bereits einen Rückenprotektor – bringt ein Airbag dann überhaupt noch etwas?“ Die Frage klingt logisch, setzt aber drei Ausrüstungen gleich, die weder auf dieselbe Weise noch zum selben Zeitpunkt schützen.
Für die richtige Wahl sollte man verstehen, welche Aufgabe jede Schutzart genau erfüllt.
Der Rückenprotektor schützt hauptsächlich den Rücken
Ein Rückenprotektor deckt vor allem die Wirbelsäule und einen Teil des Rückens ab. Er ist leicht, relativ unauffällig und bietet dauerhaft vorhandenen Schutz ohne Auslösemechanismus.
Die Cross-Schutzweste bietet inhärenten Schutz
Eine Schutzweste nach EN 13158 ist so aufgebaut, dass ihre Materialien einen Teil der Aufprallenergie aufnehmen, ohne dass zuerst eine Trennung vom Pferd stattfinden muss.
In bestimmten Prüfungen, insbesondere in der Vielseitigkeit, kann ein bestimmtes Schutzniveau vorgeschrieben sein. Das aktuelle Reglement ist maßgeblich.
Der Airbag erzeugt beim Sturz aufblasbaren Schutz
Eine mechanische Airbag-Reitweste ist mit dem Sattel verbunden. Bei ausreichendem Zug löst der Mechanismus aus, sticht die CO₂-Kartusche an und füllt die Schutzkammern.
NF S72-800:2022 ist die technische Norm speziell für aufblasbare Schutzkleidung für Reiter. Sie enthält Anforderungen und Prüfmethoden zu mechanischen Einwirkungen sowie zur Begrenzung bestimmter Überbeugungs- und Überstreckungsbewegungen von Rumpf und Wirbelsäule.
Für AXION Equestrian Airbags wird eine Entfaltung in weniger als 100 Millisekunden angegeben.
Warum ersetzt ein Airbag nicht immer eine Cross-Schutzweste?
Ein mechanischer Airbag muss ausgelöst werden, um seinen aufblasbaren Schutz zu bieten. Eine starre Schutzweste ist dagegen bereits vor einem Sturz wirksam.
Wenn ein Reglement eine Schutzweste nach EN 13158 auf einem bestimmten Niveau verlangt, ersetzt eine nach NF S72-800:2022 bewertete Airbag-Reitweste diese nicht automatisch. Es handelt sich um unterschiedliche technische Referenzen.
Kann man beides zusammen tragen?
Ja, wenn Modell, Gebrauchsanweisung und Reglement dies zulassen. Im Cross tragen viele Reiter den Airbag über der Schutzweste.
Der Airbag muss sich frei entfalten können. Beide Ausrüstungen müssen gemeinsam richtig passen und die Bewegungsfreiheit erhalten.
Welche Schutzlösung für Springen, Dressur oder Gelände?
Im Springen wird der Airbag wegen seines geringen Gewichts und der Bewegungsfreiheit geschätzt. Ein Rückenprotektor kann für Personen geeignet sein, die vor allem einen einfachen Rückenschutz suchen. Im Gelände oder Cross können je nach Reglement andere Anforderungen gelten.
Die richtige Wahl muss nicht aus nur einem Produkt bestehen
Je nach Disziplin können verschiedene Schutzlösungen sinnvoll kombiniert oder abgewechselt werden.
Merken
- Ein Rückenprotektor schützt hauptsächlich den Rücken.
- Eine Cross-Schutzweste bietet inhärenten Schutz und kann vorgeschrieben sein.
- Ein Airbag schützt aufblasbar nach der Auslösung.
- Ein Airbag ersetzt vorgeschriebenen EN-13158-Schutz nicht automatisch.
- Kombinationen müssen erlaubt, passend und in kompletter Kleidung getestet sein.
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